Edelsteinminen Idar-Oberstein
Historie der Edelsteinminen Steinkaulenberg
Geschichte

Die Achatvorkommen im Saar-Nahegebiet werden erstmals 1375 von dem Metzer Domherrn Otto von Diemeringen erwähnt. Die Herren von Oberstein, seit 1517 auch Grafen von Falkenstein, erlaubten als zuständige Landesherren ihren Untertanen das Graben nach Achaten gegen Abgabe eines jeden dritten Zentners der Ausbeute, was bereits vor der ersten Erwähnung dieser Verordnung (1497) Brauch war. Sebastian Münster aus Basel berichtete in seiner berühmten Cosmographie für das Jahr 1544 über Vorkommen von "Katzedonien und gut Rödelstein in der rifier bey SANT WENDEL". Der kurz nach 1600 in Idar lebende Theologe und Magister Friedrich (von) Heubach, der selbst Bergwerksexperimente durchführte, berichtet in einem Arzneibuch über Chalzedonvorkommen auf der Gemarkung von Idar.

Der erste ausführliche Bericht über die Achatgräberei am Galgenberg stammt von dem italienischen Naturforscher Cosimo Alessandro Collini, der 1774 als Direktor des Mannheimer Naturalienkabinetts eine Forschungsreise in das Nahegebiet unternahm. Die deutschen Mineralogen Leonhard und Barnstedt beschreiben 1812 bzw. 1832 den Galgenberg als Hauptfundort schöner Achate in Stollen von ca. 65 m Länge und von Weitungen bis zu 282 qm. Barnstedt berichtet, dass 40 Männer mit dem Suchen nach Steinen beschäftigt seien. G. Lange fasst 1868 alles bis dahin Bekannte über Vorkommen und Abbau von Achaten zusammen und berichtet, dass die "Gruben des Galgenberg gleichsam 3 Stockwerke bilden". Gegen Entrichtung einer geringen Gebühr konnte man in der Grafschaft Oberstein eine Konzession zum Suchen von Achaten erhalten. Zum Beispiel machten 1755 bzw. 1765 18 Leute davon Gebrauch, 1774 sollen etwa drei bis vier Gesellschaften von zwei bis drei Mann im Galgenberggebiet gearbeitet haben.

Während der französischen Besatzung ab 1792 galt zunächst das französische Bergwerksgesetz vom 28. Juli 1791 und später das vom 21. April 1810, das noch 1874 volle Gültigkeit hatte. Danach wurde die Achatgewinnung unter den Begriff "Steinbrüche" eingeordnet und unter örtliche Polizeiaufsicht gestellt. Zu einer besseren und bergmännischen Regelmäßigkeit bei der Achatgewinnung kam es nicht mehr, da 1875 der Abbau eingestellt wurde. Zuvor waren bereits zwei Generationen Idar-Obersteiner im Minenbau Brasiliens tätig und schafften in reichen Mengen neues Rohmaterial zur Weiterführung der Edelsteinindustrie heran.

Erst nach der Gründung des Fördervereins Steinkaulenberg im Jahre 1978 wurden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Idar-Oberstein, dem Bergamt Rheinland-Pfalz und der Arbeitsverwaltung in mühevoller Arbeit die meist zugefallenen Stollen ausgeräumt und nach und nach für den Fremdenverkehr erschlossen. Es entstand ein  Besucherstollen, der eine Länge von rd. 400 Metern aufweist. Ein Erforschungsstollen dient in erster Linie schulischen und wissenschaftlichen Zwecken.

Mineralienfreunden stand bis zum Jahre 2005 ein Schürfstollen zur Verfügung, aus dem mittels Harke, Schaufel und Schubkarren mineralienreicher Abraum entnommen werden durfte, um auf dem äußeren Schürfplatz “fachmännisch” nach den Schätzen der Natur untersucht zu werden. Leider ist dieser Schürfstollen inzwischen gänzlich ausgebeutet.

Unter der Regie der Edelsteinminen GmbH wurden insbesondere für Kinder und Jugendliche 2 Schürffelder angelegt, die täglich mit Mineralien und Edelsteinen aus aller Welt bestückt werden und sich großer Beliebtheit erfreuen. Seit dem Jahre 2006 steht im Gebiet der ehemaligen Abraumhalden, den “Kaulen” des Steinkaulenberges, ein Edelsteincamp zur Verfügung, auf dem die “Schatzsucher” mittels Pickel und Schaufel nach Edelsteinen graben können.

Ausdauer und Glück gehören dazu - aber oft schon konnten Schürfer schöne Stücke aus Amethyst, Bergkristall, Achat, Silex usw. zu Tage fördern. Ein Erfolgserlebnis pur!