Edelsteinminen Idar-Oberstein
Edelsteinregion Idar-Oberstein
Geologie & Mineralogie der Region

mineralogie_9Die Saar-Nahe-Senke von Birkenfeld über Idar-Oberstein bis Waldböckelheim lagert sich auf die Gesteine des Rheinischen Schiefergebirges (devonisch und prädevonisch), das permische Unterrotliegende, das sich aus Ablagerungsgesteinen, sogenannten Sedimentgesteinen, wie Konglomeraten, Sandsteinen und Tonsteinen, zusammensetzt.

Die Produkte des intensiven effusiven Vulkanismus haben im Raum Idar-Oberstein und Baumholder ihre größte Verbreitung; sie gehören zur Grenzlagergruppe des Oberrotliegenden, über die weitere Gruppen des Oberrotliegenden folgen, unter anderem auch Tuffe und Tuffite, außerdem sind Vulkanschlote vorhanden.

Die Grenzlagergruppe (Lavadecken zwischen Unter- und Oberrotliegendem, daher Grenzlager) ist am Mächtigsten zwischen Idar-Oberstein und Baumholder. Es liegen eine ganze Reihe (ca. sieben) Lavadecken übereinander, die eine Gesamtmächtigkeit von ca. 900 m besitzen. Im Zusammenhang mit diesem Vulkanismus kam es neben Lagerstättenbildung, wie zum Beispiel Kupfererzen, Schwerspäten (Bariumsulfat) und Zinnober (Quecksilbersulfid), auch zur Ausbildung von Achaten, Amethysten und Jaspis, die die Grundlage für die weltbekannte Edelsteinindustrie von Idar-Oberstein bilden.

Der Steinkaulenberg selbst besteht aus dem ältesten der hier vorkommenden Lavaströme, der den Gesteinsnamen Latit-Andesit, Typ Steinkaulenberg, führt. Er ist dem Dacit nahe verwandt. Das Gestein ist sehr feinkörnig und erscheint in frischem, unverwittertem Zustand schwarz mit einem Stich ins Bläuliche oder Grünliche. Sein Mineralbestand setzt sich zusammen aus Feldspateinsprenglingen in einer Grundmasse aus Feldspat, mehr als 50 % Kalknatronfeldspat, untergeordnet Kalifeldspat, Quarz, Pyroxen und einigen anderen Mineralarten. In dieser andesitischen Lavadecke findet man Achate, Amethyste und andere Minerale.

In den im Lavastrom vorhandenen Blasenräumen befinden sich sogenannte Mandeln, die meist Achate in verschiedenen Farben enthalten. Wenn im Innern von Mandeln ein Hohlraum vorhanden ist, in den die Spitzen von Makrokristallen hineinragen, so spricht man von Drusen (Geoden), die häufig Kristalle, vor allem Bergkristalle und Amethyste, enthalten.